BUCHBESPRECHUNG: Das Manillen-Geld Westafrikas

Hardcover      ISBN 978-3-86460-272-1   55,00 EUR
Taschenbuch  ISBN 978-3-86460-728-8   35,00 EUR

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Das Manillen-Geld Westafrikas
Spurensuche und Spurensicherung 1439 – 2016

Die Geld-Manillen aus Portugal, England und Frankreich gehören zu den bekanntesten nichtmünzlichen Zahlungsmitteln Westafrikas.

„tacoais“ Manillen der Portugiesen

Manillen vom Typ „popo“ aus England oder auch auch Frankreich

Manillen vom Typ „Birmingham“ aus England

Arm-, Fuss- und Halsreife sind vermutlich die in Afrika am weitesten verbreiteten Schmuck-Objekte. Der Interessierte steht damit vor der Aufgabe, aus der Flut von metallischen Reifen und Ringen diejenigen zu bestimmen, die wirklich als nichtmünzliche Zahlungsmittel hergestellt und verwendet wurden – und damit als „Geld-Manillen“ bezeichnet werden können.
-> vergl. die Leseprobe bei „BOOKONDEMAND

Denk unterstützt den Sammler (Ethnologen, Händler, Museums-Verantwortlichen, Historiker, usw) bei dieser Differenzierung mit wissenschaftlicher Vollständigkeit und Genauigkeit. Er „belebt“ dabei seine Objekte, indem er sie in ihren geschichtlichen und ethnologischen Kontext stellt sowie ihre Bedeutung für die damalige Kolonialpolitik aufzeigt – Geld-Manillen sind immer ein von den Europäern hergestelltes und importiertes Produkt gewesen.
Das vorliegende Buch ist nicht die erste Publikation von Denk zu diesen Objekten. Seine „Spurensuche und Spurensicherung“ basiert auf Erfahrungen und Kenntnissen aus Jahrzehnten der Sammler- und Forschungstätigkeit.

Es ist zum Referenz-Werk in diesem Sachgebiet geworden.

 –->     Das Manillengeld – Zusammenfassung 

–>>   Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis 

 –>     Manilla Money — Summary

Fritz Klusmeier, selbst ausgewiesener Fachmann, bespricht das Buch im Detail wie folgt: weiterlesen

Brauner Belag auf den Geldstücken von Lannatai


Brown Covering on the Coins of Lannatai
(English VERSION follows below)

Hans Menzel-Severing

Auf den Unterseiten der Geldstücke von Nan (Abb.1a/b), der Toks von Chiengmai (Abb.2a/b), des „Flower-Money“, „Oyster-Shell-Money“ (Abb. 3a/3b), „Horse-Hoof-Money“ und „Pig-Mouth-Money“ ist ein bräunlicher Belag zu sehen, der einmal als verkrustetes Eigelb oder Hühnerblut beschrieben wurde. (Le May; Opitz) – In vielen Publikationen ist diese Erklärung übernommen und nicht immer bezweifelt worden. Krisadaolarn / Mihailovs vermuten: “We think that the coloring was achieved by applying gold leaf to the obverse after production“. (S.64) –

Abb. 1a Tok Nan Unterseite

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Kauris im Hochland von Papua, Indonesien (Ein Nachtrag)

 

Cowries in the highlands of Papua, Indonesia (Supplement)

Bernhard Rabus

 Mein gleichnamiger, vorausgehender Artikel vom 12.12.2016 (abgedruckt im Primitivgeldsammler 37, 2 (2016) stützte sich weitgehend auf die Buchtheorie und einige Bilder aus der online-Sammlung des Yale Peabody Museum for National History (von Pospisil bei seinem Feldaufenthalt 1955 gesammelt). Kauris mit abgeschlagenem Rücken hat wohl jeder von uns, aber wer besitzt schon welche mit der genauen Herkunft und aus der Zeit? Unser Klubmitglied Kurt Koschatzky hat mich mit der Mitteilung überrascht, dass er Stücke mit der Herkunftsangabe Enarotali besitze und zwar Kauris, eine Nassa-Katte und Glasperlen, alle auf alte gedrehte Schnur aufgezogen. Als er das Konvolut ersteigerte, bildete es ein wirres Knäuel, von dem er zunächst nicht wusste, welche Schätze es barg. Enarotali ist die Hauptstadt des Regierungsbezirks Paniai, in dem das Siedlungsgebiet der Kapauku, auch Ekari oder Ekagi genannt, liegt.

 

Ich durfte die Stücke bei Herrn Koschatzky sehen und freundlicherweise hat er mir Fotos davon zur Verfügung gestellt. Sie sind nachstehend kommentiert. Damit wird die Theorie mit der Praxis verbunden.

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Kauris im Hochland von Papua, Indonesien

Cowries in the highlands of Papua, Indonesia

Aus Heft 96: Primitivgeldsammler 37/2, 49-57 (2016); Bei korrekter Zitierweise ist die Übernahme von kleineren Textausschnitten ohne Rückfrage erlaubt.

Bernhard Rabus

Auf ihrem Zug durch die Welt hat die Kauri auch vor dem Hochland des westlichen Teils von Neuguinea, heute die indonesische Provinz Papua, nicht haltgemacht. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um Monetaria moneta (früher Cypraea moneta), also die „Geld-Kauri“. Auch wenn sie in ihrer natürlichen Form gesammelt und gehandelt wurde, als indigene Geldform trat sie hier stets mit abgeschlagenem Rücken auf.

Abb. 1-1: Indonesien: Provinz Papua: Dorf Botukebo. Männer der Kapauku zahlen einen Brautpreis (aus Pospisil, 1962)

Abb. 1-1: Indonesien: Provinz Papua: Dorf Botukebo. Männer der Kapauku zahlen einen
Brautpreis (aus Pospisil, 1962)

Wenn auch Kauris von Norden her den Mamberano Fluss entlang eintrafen so wurde das  zentrale Hochland, das etwa 200.000 Dani bewohnen, im Wesentlichen aus zwei Richtungen mit Kauris versorgt: Von Südwesten her über die Ekari = Kapauku, Moni und Damal sowie von Südosten her über die Mandobo und Muyu.

Abb. 1-2: Hauptachse der Kauri-Zirkulation im Hochland der indonesischen Provinz Papua (aus A. M. und P. Pétreqin: Objets de pouvoir en Nouvelle Guinée, 2006, S. 159).

Abb. 1-2: Hauptachse der Kauri-Zirkulation im Hochland der indonesischen Provinz Papua
(aus A. M. und P. Pétreqin: Objets de pouvoir en Nouvelle Guinée, 2006, S. 159).

(Von mir gekennzeichnet sind die Stämme der Ekari/Kapauku, der Damal sowie der Muyu, bei denen Kauris eine echte Geldfunktion übernahmen. Konda Valley ist ergänzt. Hier forschte Denise O´Brien und dokumentierte den Gebrauch von Kauri-Bändern als Bestandteil des Brautpreises bei den Dani. Die Grafik endet rechts mit der Grenze zu Papua Neuguinea.)

Für die Kapauku/Ekari, die Damal und die Muyu ist der Gebrauch einzelner Kauris als Geld nachgewiesen, die Dani verwendeten sie wohl nur auf gewebte Bänder aufgenäht als Brautpreis.

A. Kauri-Bänder der Dani
Bei den Dani spielten die Kauris keine rein kommerzielle, sondern eher eine sozio-ökonomische Rolle. Auf Bänder zu je meist 60 Stück aufgenäht fanden sie bei Begräbnissen insofern Verwendung als die Teilnehmer damit dem Toten einen Tribut leisteten, hernach wurden sie wieder an die Gäste  verteilt (de Boer, 1986:98; Gardner und Heider, 1968:94-95). Weit wichtiger für  uns ist aber der Gebrauch dieser Bänder als „Brautpreis“. Diesen hat Denise O´Brien (1969) für die Dani im Konda Valley nach gründlicher Feldarbeit 1961 ausführlich dokumentiert. Die drei wesentlichen Bestandteile eines Brautpreises waren Schweine, Je-Steine, dort jao genannt, und Kauri-Bänder (S. 407). In den zahlreichen von ihr untersuchten Heiratsfällen betrug die durchschnittlich vom Bräutigam (eigentlicher Brautpreis) geleistete Anzahl der Kauri-Bänder 1930-1950 jeweils 7, zwischen 1950 und 1957 jeweils 14 und 1957-62 jeweils 17 (S. 432). Davor waren schon zur Verlobung Kauri-Bänder gegeben worden. Wer wieviel bezahlt und wer wieviel empfangen hat, listet O Brien auch an anderer Stelle tabellarisch auf (O´Brien 1969a:214 ff.) und weist dabei die große soziale Bedeutung dieser Zahlungen nach. Ploeg (1969:27 ff.) berichtet ausführlich über die Verwendung von Kauri-Bändern als Brautpreis bei den Wanggulam, einem Dani Stamm. Wie die Bänder aussehen zeigt:

Abb. 2: Der schwedische Naturforscher Sten Bergman verbrachte 1957 einige Monate bei den Dani in Kadubaka im Swart Valley = Konda Valley. Das ist identisch mit Karubaga, in dessen Nähe die Anthropologin Denise O´Brien (1969) in den Jahren 1961/63 insgesamt 18 Monate forschte Auch sie berichtet von Häuptling Tibalak und dass die Bewohner sich an Bergman erinnerten. (Bergman, Mein Vater, der Kannibale, 1961, Tafel 29)

Abb. 2: Der schwedische Naturforscher Sten Bergman verbrachte 1957 einige Monate bei
den Dani in Kadubaka im Swart Valley = Konda Valley. Das ist identisch mit Karubaga, in
dessen Nähe die Anthropologin Denise O´Brien (1969) in den Jahren 1961/63 insgesamt
18 Monate forschte Auch sie berichtet von Häuptling Tibalak und dass die Bewohner sich
an Bergman erinnerten. (Bergman, Mein Vater, der Kannibale, 1961, Tafel 29)

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Waren die südafrikanischen Perlen aus Straußeneierschalen (Buschmannperlen) Geld?

Were the South African ostrich eggshell beads (bushman beads) money?

Aus Heft 96: Primitivgeldsammler 37/1, 5-18(2016); Bei korrekter 
Zitierweiseist die Übernahme von kleineren Textausschnitten ohne 
Rückfrage erlaubt.

Fritz Klusmeier

Jede Untersuchung dieser Perlen hat mit der Erkenntnis zu beginnen, dass sie ein uraltes Phänomen sind. Seit der Steinzeit haben Menschen in vielen Teilen Afrikas solche Perlen hergestellt, und Archäologen haben sie aus der Erde geholt, und zwar in verschiedenen Stadien der Verarbeitung (Anm. 1).

Karte 1: Verbreitung der Straußenei Scheibchen in Afrika. O Fundorte (aus Krieger, !943 S.85)

Karte 1: Verbreitung der Straußenei Scheibchen in Afrika.
O Fundorte
(aus Krieger, !943 S.85)

 

Abb.1: Die Tasche einer Khoisan Frau (oben) mit Straußenei Schalen in verschiedenen Verarbeitungsstadien (Mitte) und Werkzeugen zur Bearbeitung der Scheibchen (unten). (von L. Fourie um 1920 gesammelt; Museum Afrika in Johannesburg, aus M. Vanhaeren, 2005 S.536

Abb.1: Die Tasche einer Khoisan Frau (oben) mit Straußenei Schalen in verschiedenen Verarbeitungsstadien (Mitte) und Werkzeugen zur Bearbeitung der Scheibchen (unten).
(von L. Fourie um 1920 gesammelt; Museum Afrika in Johannesburg, aus M. Vanhaeren, 2005 S.536

Unter der Fragestellung der Überschrift sind diese vorgeschichtlichen Funde aber nicht relevant, da naturgemäß einschlägige Quellenbelege nicht vorliegen.

In neuerer Zeit wurden und werden diese Perlen weiterhin in Ost- und Südafrika hergestellt und verwendet. Ich beschränke meine Untersuchung auf Südafrika, da mir bezüglich Ostafrika keine für die Fragestellung relevanten Belege zur Verfügung stehen.

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Provenienz- bzw. Herkunfts- Forschung

Wer war wohl der frühere Besitzer?
Diese Frage beschäftigt Sammler immer wieder.

Die Pacific Arts Association  publiziert in einem laufenden Projekt Konkordanz-Listen zur Provenienz-Forschung. Dort werden Markierungen oder Beschriftungen an  Objekten aus Ozeanien bekannten Sammlungen oder Sammlern zugeordnet.

Auf http://www.pacificarts.org/node/791 finden sich entsprechende Hinweise und Konkordanzlisten zum Download.

 

Property celts aus British Columbia, Kanada

Aus Heft 93: Primitivgeldsammler 36/1, 3-7 (2015); Bei korrekter Zitierweise ist die Übernahme von kleineren Textausschnitten ohne Rückfrage erlaubt.

Bernhard Rabus

Property celts sind überlange, relativ schmale und dünne Steinklingen aus Nephrit, die an vorkolonialen Siedlungs- und Begräbnisorten der Salish Indianer an den Flüssen Fraser und Thompson in British Columbia gefunden werden.

Bild 1: Kartenausschnitt British Columbia mit Fundzentrum der Property celts

Bild 1: Kartenausschnitt British Columbia mit Fundzentrum der Property celts

Oft sind sie an einem Ende wie ein Breitbeil (adze) einseitig geschliffen, manchmal aber auch ohne jede Schneide. Die meisten Fundstücke zeigen nur geringe Gebrauchsspuren oder sind völlig unbenützt. Ihre Oberfläche ist in der Regle fein poliert. (Vergl. dazu Bild 2 bis 4 unten). Nephrit ist ein Silikat aus Calcium, Magnesium und Eisen. Er übertrifft gewöhnlichen Stahl an Druckfestigkeit und wurde deshalb seit mehr als 2000 Jahren zur Herstellung von Waffen und Geräten verwendet. Seine deutsche Bezeichnung Beilstein hat darin ihren Ursprung. Wenn von Jade die Rede ist, handelt es sich entweder um Jadeit oder um Nephrit. Laut Ministry of Energy and Mines bestehen alle bekannten Jade-Vorkommen in British Columbia aus Nephrit. Den Begriff Property kann man mit Besitz, Gut, Vermögen übersetzen. Als Celt bezeichnen Archäologen alle axtähnlichen Steinwerkzeuge.
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Bild 2

Bild 2

Von Sanger werden die dargestellten Objekte als celts bezeichnet.

Zumindest bei dem mit B bezeichneten größten Exemplar, das bei Anwendung des beigegebenen Maßstabs etwa 25 cm lang ist, dürfte es sich um einen property celt handeln. In Anbetracht der Form und der fehlenden Schneide könnte das auch auf D zutreffen.


Frühe Berichte über Nephrit Celts

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Kalo – ein kaum bekanntes Tausch- und Zahlungsmittel der zentralen Salomonen

Aus Heft 92: Primitivgeldsammler 35/2, 86-90 (2014); Bei korrekter Zitierweise ist die Übernahme von kleineren Textausschnitten ohne Rückfrage erlaubt.

Kalo – a little known medium of exchange and currency of the Central Solomon Islands.
Kalo – un moyen d‘ échange et de paiement peu connu des îles salomon centrales.

Frank Reiter 

Der Pottwal (Physeter macrocephalus) ist mit etwa 20 m Länge (männliche Tiere, weibliche sind etwas kleiner) und mehr als 50 Tonnen Gewicht der größte Zahnwal der Erde. Nur der Unterkiefer besitzt rund 50 konische Zähne, die bis 30 cm Länge und ein Gewicht von über 1 kg erreichen können. Die Zähne des Oberkiefers sind normalerweise im Zahnfleisch verborgen und somit unsichtbar.

Pottwale kommen in allen Ozeanen vor, hauptsächlich in den Tropen und Subtropen. Besonders in Ozeanien waren sie häufig zu finden. Die Bewohner der Inselgebiete Ozeaniens waren jedoch nicht in der Lage, diese riesigen Tiere zu erbeuten. Nur tote gestrandete Pottwale lieferten ihnen ursprünglich die begehrten Zähne.

Abb. 3_ Slg Reiter Nolibule, New Georgia

Abb. 3:  Slg Reiter Nolibule, New Georgia

 

Durch den Kontakt mit Walfängern im 19. Jahrhundert gelangten vermehrt Walzähne in den Besitz der Eingeborenen. Nach der Blütezeit des Pottwalfangs zwischen 1840 und 1870 hörte für sie die Zufuhr von Pottwalzähnen auf, die sich “ übrigens nur da zu einem Tauschmittel entwickelten, wo die Eingeborenen das Material bereits vorher kannten und schätzten. So vermochte auch der Verkehr mit Walfängern im Bismarck Archipel (Blanche-Bai, Port Hunter) Spermwalzähne nicht einzuführen. Ebenso wenig auf Kuseie und Ponape, beide in den 50er Jahren beliebte Walfängerstationen“ (Finsch, O. : Südseearbeiten. Hamburg 1914, S. 206f).
Aus diesem sehr harten Zahnmaterial fertigten die Polynesier von Hawaii, Tonga, Fidschi, den Marquesas- und Austral-Inseln Schmuckstücke von beeindruckender Perfektion und Schönheit. Vor allem in der Kultur der Fidschi-Inseln besaßen Pottwalzähne eine geradezu magische Bedeutung. Sie wurden Häuptlingen zum Zeichen der Ehrerbietung überreicht und mit ihnen konnten Kriegsbündnisse und Friedensschlüsse besiegelt werden. Auch in Mikronesien (z.B. in Kiribati, auf  Yap und Nauru) waren Pottwalzähne sehr begehrt. Wie bereits erwähnt, spielten sie dagegen in den meisten Inselgebieten Melanesiens keine Rolle. Auf den Santa Cruz-Inseln wurde gelegentlich ein Walzahn als magische Beigabe zum Federgeld verwendet ( Reiter, 2011).
Karte Neu Georgia & Marovo Lagune
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koiyu – Tauschmittel oder nur Schmuck?

Aus Heft 91: Primitivgeldsammler 35/1, 23-24 (2014); Bei korrekter Zitierweise ist die Übernahme von kleineren Textausschnitten ohne Rückfrage erlaubt.

koiyu – medium of exchange or only adornment?

koiyu – moyen d’échange ou seulement bijoux?

Bernhard Rabus

 ZUSAMMENFASSUNG

Im folgenden Beitrag geht es um Schmuckstücke von Papua Neuguinea.

91-1 Abb.1 "RORO" Rabus

 

Die sogenannten koiyu wurden im Gebiet der RORO bis hinauf nach Kerema gefunden.

Drei koiyu

Abb.2: Drei koiyu aus dem Handel

Frau Quiggin bildet in ihrem Buch „A Survey of Primitive Money“ (1949/1978) auf der Farbtafel zwischen den Seiten 184 und 185 ein „Turtleshell chest pendant, New Guinea“ ab und rechnet dieses zur großen Gruppe der „valued objects used in Prestige-giving and exchanges, in „bride-price“ or in ordinary trading“ (S. 179). Als Quelle für diese Aussage nennt sie Seligmann, 1910.

Diese koiyu oder auch koio genannten Schmuckstücke ähneln in Art und Aufbau den kapkaps Neubritanniens und der Salomonen. Das scherenschnittartige Schildpatt ist jedoch nicht auf Tridacnascheiben montiert sondern auf Schalenstücke der Faltenschneckengattung Melo. Diese Schalen kennen wir aus dem Hochland von Papua Neuguinea als „bailer shell“. Sie sind nicht völlig flach sondern mehr oder weniger gewölbt. Hergestellt wurden koiyu nach Seligmann (1910:208) von den Roro an der Südostküste von Papua Neuguinea. Sie sind Nachbarn der Mekeo.

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