Translate - Traduire

Kontakt

Impressum

EuropĂ€ische Vereinigung zum Erforschen, Sammeln und Bewahren von ursprĂŒnglichen und außergewöhnlichen Geldformen

European Union to Search for, Collect and Preserve Primitive and Curios Money

Startseite Über uns Aktuelles Aktueller Artikel Unsere Zeitschrift Links

Aktuelles ĂŒber Teeziegel.

Actual news about teabricks.

Information actuelle au sujet des briques de thé.

Herbert H. Hansen

Gewidmet dem Gedenken an Thomas Lautz, der so unerwartet aus seinem ausgefĂŒllten Leben gerissen wurde

In Chinas mildem SĂŒden kam der Wohlstand in den letzten Jahrzehnten von den Plantagen der TeebĂ€ume. Sie ziehen sich ĂŒber die BerghĂ€nge der Menghai Region im sĂŒdlichen Teil der Provinz Yunnan an der Grenze zu Myanmar. Der Segen war der Teesorte pu’erzu danken, ein fermentiertes Produkt, das es wahrscheinlich schon in der Zeit der Tang Dynastie gab. Als Favorit der Kaiser wurde der pu’er vermutlich zuerst von ambulanten HĂ€ndlern verbreitet. Sie pressten die TeeblĂ€tter zu flachen Kuchen, um sie besser transportieren zu können.

Im Gegensatz zu anderen Tee-Sorten, die bald nach ihrer Ernte verbraucht werden sollten, verbessert derpu’er seinen Geschmack mit dem Alter. Pu’er Kuchen aus dem 19. Jahrhundert erreichen heute Preise von um die tausende Dollar pro StĂŒck. Hinzu kam, dass der pu’er seit 20 Jahren zum LieblingsgebrĂ€u der neuen Reichen in China wurde. Des weiteren entstand eine Rage, dass chinesische BĂŒrger ihre Ersparnisse in die schwarzen Teeziegel des pu’er anlegten, ganz nach dem Motto: „pu’er zu horten ist ertragreicher als Geld auf die Bank zu tragen“. Die Folge war eine Ausweitung der bĂ€uerlichen AnbauflĂ€chen. Die Tee-Manufakturen blĂŒhten auf, und die HĂ€ndler machten immer grĂ¶ĂŸere Gewinne. Von 2006 bis 2007 verdoppelte sich die Produktion auf 100.000 Tonnen, und der Preis fĂŒr pu’er stieg von 1999 bis 2007 auf das zehnfache, bis zu einem Spitzenwert von 150 Dollar pro Unze. Viele Investoren glaubten, dass pu’er Preise nur eine Richtung kannten: die nach oben.

Als im FrĂŒhjahr 2008 die Preise fĂŒr pu’er absurde Höhen erreichten, brach der Markt ganz plötzlich und ohne Vorwarnung zusammen. FĂŒr tausende bĂ€uerliche und verarbeitende Betriebe sowie auch fĂŒr HĂ€ndler und Spekulanten kam das böse Erwachen. Sie verloren alles, was sie in den Jahren zuvor erwirtschaftet hatten.

Heute sind die Nachwehen dieser Entwicklung in den chinesischen Enklaven außerhalb Chinas zu bemerken. In chinesischen TeelĂ€den liegen hunderte von pu’er Kuchen in allen möglichen Formen und GrĂ¶ĂŸen. In Chiang Mai war eine Teekugel ( Abb.1) von etwa 40 cm Durchmesser und 25 kg zu sehen. Ein Ă€hnliches, leichteres Exemplar (etwa 17,5 kg) war in Bangkok zu finden. Abb.2 zeigt einen großen runden pu’er Ziegel (Jahrgang 1991) aus dem gleichen Laden von 25 cm Durchmesser, 2,5 cm Dicke und einem Gewicht von 1095 g. Aus dem chinesischen Viertel von Singapur stammt ein pu‘er Kuchen (Jahrgang 2001) in Form des „old chinese money“, eigentlich ein Laden-GlĂŒcksbringer und unverkĂ€uflich, aber schließlich doch erworben (Abb.3, LĂ€nge 14 cm, Höhe 8,5 cm, Dicke 7,5 cm und Gewicht 430 g). AbhĂ€ngig vom Alter, Gewicht und Erhaltung werden die meisten dieser Kuchen z.Zt. zu stattlichen Preisen angeboten. Ein nur 8,3 cm großer und 1,5 cm dicker quadratischer Ziegel von 106 g von 1992 kostete 75 Euro (Abb.4). Runde Kuchen von 25 cm Durchmesser und 2 cm Dicke aber aus dem Jahr 1980 sind nicht unter 300 Euro zu haben. Generell heißt es: je Ă€lter, desto teurer.

Obwohl die Spekulation der letzten Jahre zusammengebrochen ist, scheint sich der Handel mit pu’er Teeziegeln als Wertobjekte mit Erfolg fortzusetzen.

 

[Startseite] [Über uns] [Aktuelles] [Aktueller Artikel] [Unsere Zeitschrift] [Links]