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aus Der Primitivgeldsammler, 28,1 (2007) ASIEN 595

 

Wertgegenstände aus Metall mit Geldcharakter bei einigen Stämmen von Arunachal Pradesh

Bernhard Rabus

Kennen Sie Arunachal Pradesh im äußersten Nordosten Indiens? Sind Ihnen Namen von Volksstämmen wie Abor und Adi, Gallong, Miri und Minyong, Bori, Apatani oder Dafla (auch Nishi) ein Begriff?

Ich muss gestehen, dass mir das alles weitgehend fremd war - bis ich vor einiger Zeit in den Besitz einiger Glöckchen und scheibenförmiger Amulette aus Bronze kam und begann, mir die Lage von Arunachal Pradesh auf der Landkarte zu vergegenwärtigen und das Siedlungsgebiet der Hill Miri, der Tagin und der Gallong ausfindig zu machen. Mein Partner hatte die Stücke auf einem Dorfmarkt nahe Daporijo, wo die Stammesgebiete dieser drei Stämme zusammentreffen, von einer Frau gekauft, die sie ihm ungefragt als „currency“ angeboten hatte. Sie gefielen mir und ich erinnerte mich, einige Zeit davor mit Herrn Prof. Dr. Denk über solche Glöckchen gesprochen zu haben, so habe ich sie so zu sagen auf Verdacht gekauft. Anschließend begann die Jagd auf schriftlichen Nachweis, dass ich wirklich Primitivgeld erworben hatte.

Schwer zugängliche Region

Sie gestaltete sich aus mehreren Gründen ziemlich schwierig. Die Volksstämme, von denen hier die Rede sein wird, bewohnen innerhalb Arunachal Pradesh die heute noch schwer zugängliche Berggegend nördlich von Assam an den Abhängen des Himalajas mit Bhutan im Westen, dem Fluss Dihang im Osten und Tibet im Norden. Das seit 1987 als indischer Bundesstaat selbständige Arunachal Pradesh mit seiner Hauptstadt Itanagar firmierte früher als NEFA (North East India Agency). Die Stämme galten lange Zeit als unabhängig und wild. Die als Abb.1 beigegebene Karte zeigt Arunachal Pradesh und darin die Wohngebiete der wichtigsten uns hier interessierenden Stämme. Bori, Hill Miri, Tagin, Minyong und Gallong sind Adi Stämme. Mit den Nishi (Dafla) und Apatani gehören sie der gleichen ethnischen Gruppe an. Um den Grenzverlauf zu Tibet streiten sich China und Indien immer noch. Seit den 50er Jahren war Fremden die Einreise in diese Bergregion verboten. Erst 1995 hat die indische Regierung die Reisebeschränkung für Ausländer gelockert und Gruppenreisen in bestimmte Gebiete erlaubt (Stirn und van Ham 2000:17). Dazu braucht man heute noch eine besondere Erlaubnis.

Schwierige Recherche

Mit dieser Abgeschiedenheit ist zu erklären, dass es aus dieser Gegend aus früher Zeit nur spärliche Aufzeichnungen über die Kultur der Stämme gibt. Sie stammen aus kolonialen Quellen der früher britischen Verwaltung Indiens (bis 1947). Außerdem stellte ich fest, dass die Verwendung dieser Gegenstände als Währung offensichtlich eher um das Jahr 1900 lag als um 2000. Einschlägige Literatur aus neuerer Zeit (ab 1960) erwähnt solche Gegenstände oft als Teil von Brautpreiszahlungen oder als Zahlungsmittel „in alter Zeit“ , doch fehlen meist Abbildungen dazu und die Bezeichnungen sind entweder zu allgemein (z. B. „metal plate“ oder „metal disc“) oder in den einzelnen Dialekten zu verschieden, um ohne Bildmaterial eine eindeutige Identifizierung zu erlauben. Hilfreich war mir eine Broschüre „Tanii Aju – The Heritages Photo Archieves of Apatani“, die anlässlich des Dree Festes der Apatani 2005 herausgegeben worden ist und manche traditionelle Wertgegenstände dieser Volksgruppe abbildet. Schließlich entdeckte ich bei der Durchsicht der mir zur Verfügung stehenden Bücher zusätzlich zu den mir bis dahin bekannt gewesenen Stücken weitere Gegenstände, die als Geld, Währung oder Vermögen bezeichnet wurden. Dementsprechend werde ich im Folgenden nicht nur meine eigenen Stücke vorstellen, sondern versuchen, auch andere dort als Zahlungsmittel gebrauchte Wertobjekte anhand von Abbildungen, die ich fand, aufzuzeigen.

Affinität zu Tibet

Dass die in Frage stehenden Stämme über viele Jahrhunderte in das heutige Siedlungsgebiet in Arunachal Pradesh eingewandert sind (aus tibetischen Aufzeichnungen weiß man, dass sie im 16. Jahrhundert schon da waren), steht außer Frage. Nach der gängigsten Theorie kamen Sie aus dem Ostteil Tibets. Von woher sie dorthin gekommen waren, unterliegt der Spekulation. Das südliche China wird erwogen. Dem unterschiedlichen Aussehen nach könnten sie aus verschiedenen asiatischen Gegenden nach Ost Tibet gelangt sein. Ihre Hinneigung zu Tibet ist jedenfalls sehr groß. Fast alle kostbaren Gegenstände wie Schalen, Glocken, Scheiben aus Bronze, Schwerter oder blaue Porzellanperlen, die – im Hinblick auf ihren Nimbus und ihre Seltenheit -als Geld verwendet wurden und von denen hier die Rede sein wird, wurden offensichtlich ursprünglich aus Tibet mitgebracht oder von dort eingehandelt. Entsprechende Handelsrouten sind nachgewiesen (Blackburn 2003/2004). In der Folgezeit wurden vermutlich auch welche aus eingeschmolzenem Metall nachgeahmt. Darauf lässt die gröbere Verarbeitung schließen. Ähnliche Stücke von
anderswo (z. B. Assam) kamen offensichtlich hinzu.

Allgemein galten bestimmte Metallgegenstände als Währung

Schon Duff-Sutherland-Dunbar (1915:35), dessen Aufzeichnungen aus jahrelanger Erfahrung mit den Abor (= Adi) und benachbarten Stämmen resultierten, unterteilte deren Haushaltsbesitz in zwei Gruppen: Die erste umfasst reine Haushaltsgeräte, die zweite jedoch solche Artikel, „die im ganzen Gebiet als Währung (currency) dienten“. Zu dieser zweiten Kategorie zählt er „dankis (= Bronzeschüsseln), Gongs, Glocken und Halsketten aus alten Porzellanperlen ebenso wie merangs und andere interessante Stücke aus bearbeitetem Metall“. Unter diese Stücke fallen nach seinen Beschreibungen und Abbildungen auch die unter Ziffer 3 vorgestellten Amulette (charms) aus Bronze. „Rupien sind natürlich für die Abors, Galongs und Daflas, die in Dörfern ohne Kontakt zu Assam leben, wertlos“ schreibt er weiter.

An ihrer Stelle bildeten Metallgegenstände für diese Stämme eine Art Währung im Tauschhandel. Ihr Besitz zeigte Reichtum an und sie wurden zu Ausgleichszahlungen bei Heirat, als Sühne und als Lösegeld verwendet. Hier sei Fürer-Haimendorf (1962:52) für die Apatani zitiert: „Im Handel mit entfernten Dörfern verhandeln die Apa Tanis ihre Waren nicht nur gegen Schweine, Hühner oder Baumwolle, die sie zum eigenen Gebrauch benötigen, sondern sie akzeptieren auch Bezahlung in Form von Wertgegenständen wie Perlen, kleine Glocken aus Glockenmetall (maje) und Scheiben aus Glockenmetall (bell-metal discs), die in vieler Hinsicht den Charakter einer Währung haben und die mit der festen Absicht erworben werden, sie später wieder mit Gewinn zu veräußern“. An dieser Stelle soll eines der Identifikationsprobleme aufgezeigt werden. Wenn Fürer-Haimendorf „bell metal discs“, also Scheiben aus Glockenmetall, als eine örtliche Währungsform bezeichnet, kann man das sowohl auf die unter Ziff. 3 beschriebenen Amulettscheiben als auch auf die unter Ziff. 4 genannten merang beziehen, denn leider hat der Autor die Scheiben weder genau beschrieben noch sie abgebildet. Man könnte in diesem Fall eher zu den Amulettscheiben neigen, weil es davon offensichtlich mehr gibt als merang, aber das wäre nur eine Spekulation. Übrigens habe ich mich an mehrere anerkannte Experten für Tibet und das Himalajagebiet gewandt, um mehr über die Metallgegenstände (danki Schalen, merang, Amulettscheiben und Glöckchen) zu erfahren. Alle fanden das Thema sehr interessant, konnten mir aber bisher nicht weiter helfen.

Auch für die Bori (ebenfalls ein Adi Stamm) gibt es eine allgemeine Aussage (Kumar 1979:53-54) zur Verwendung metallener Schmuckstücke (ornaments) als Währung: „Ihre Metallornamente sind aus Eisen, Bronze oder Glockenmetall. Sie erhalten sie von außerhalb. Sie besitzen eine Menge davon, doch tragen sie sie selten zur Zierde oder um sie zu zeigen. Sie benützen sie als Währung (currency) im Tauschhandel, deshalb halten sie sie in den Bergen an Plätzen, die nur die Besitzer kennen, verborgen“. Das Vergraben von Wertgegenständen zur Sicherheit war vielfach üblich (Duff-Sutherland-Dunbar 1915:37; Shukla 1959/65:15; Pandey 1974:105). Unter der Einschränkung, dass es bei den Adi keine Währung in unserem Sinne gab, stellt
Roy (1960/1997:33-34) fest, dass in den Adi Gebieten alle Metallgegenstände als Geld (money) verwendet wurden.

Die Zivilisation hat inzwischen natürlich auch die Adis (Gallong und Minyong sind Adi Stämme) erreicht mit all ihren Folgen für die alte Kultur. In seiner Monographie „The Gallongs“ bildet Srivastava maji nach Ziff. 1 dieses Beitrags, andere Glöckchen (Ziff. 2) und „Glockenornamente“ (charms, bell ornaments; Ziff. 3) zeichnerisch ab und bezeichnet sie als Schmuck der Braut während der Hochzeit (1988:79-81). Da heute die Rupie auch in Arunachal Pradesh eingeführt ist, ist davon auszugehen, dass diese Gegenstände im Lauf der Zeit ihre Geldfunktion im Tauschhandel verloren haben. Bei sozial bedeutsamen Ritualen wie der Heirat kommt ihre kulturelle Bedeutung aber auch in der Neuzeit zum Ausdruck.

Aus diesem allgemeinen „Topf“ von Metallgegenständen, die nicht immer genau beschrieben sind, versuche ich diejenigen herauszusuchen, für die wir eine Geldfunktion annehmen können.

1. Maji (auch Maje)

Unterer Glockenteil tibetischer Gebetsglocken ohne Griff und Klöppel. Ihre Verwendung als Lösegeld, Brautgeld, Sühne für Diebstahl, Verletzung oder Mord ist ausreichend nachgewiesen. Dazu sei an erster Stelle der Beitrag „Waren die tibetischen Handglocken – deoganta – ein Zahlungsmittel?“ von Rolf Denk im Primitivgeldsammler 6,2 1985 genannt, der die gestellt Frage für die Miri, Dafla und Apatani eindeutig bejaht. Zusätzliche Quellen: Pandey 1974:101/108 für die Hill Miri; Shukla 1959/65:15/64/76/80/81 für die Daflas. Auf Tafel II zeigt die Abbildung 4 zwei alte und wertvolle Glocken der Apatani.

2. Glöckchen aus Bronze/ Glockenmetall

Hier handelt es sich um in der verlorenen Form aus Bronze/Glockenmetall gegossene Glöckchen unterschiedlicher Größe ohne Klöppel, offensichtlich Nachbildungen tibetischer Gebetsglocken. Teilweise sind sie schön verziert und fein gearbeitet, teilweise sind sie recht grob. Die erst genannten Eigenschaften schreibe ich den älteren Exemplaren zu, die letzt genannte den jüngeren. Die Glöckchen werden von Duff-Sutherland-Dunbar, 1915: 35-38, als „currency“ bei den Abors (heute Adi) und Gallongs (Adi Stamm) bezeichnet. Dankenswerterweise hat er dazu Abbildungen gegeben (siehe Tafel I Abb. 2), so dass wir den Zusammenhang mit unseren Glöckchen eindeutig herstellen können. Größenangaben fehlen bei ihm leider.

Das Pitt Rivers Museum in Oxford besitzt eine eigene Sammlung von Primitivgeld, die auch Frau Quiggin (A Survey of Primitive Money) als Grundlage für ihre Arbeit benutzte. Herr Prof. Dr. Denk und der inzwischen verstorbene Herr de Boer haben das Museum 1989 aufgesucht, viele Primitivgeldstücke fotografiert und dokumentiert und das Ergebnis in einem Bändchen zusammengefasst. Darunter befinden sich auch zwei solche Glöckchen (Tafel II Abb. 5 und 6) , die unter dem Namen bell meriöng als „currency“ bezeichnet werden. Sie sind 14 bzw. 6 cm hoch und kamen 1945 in das Museum. Zwei nach Art und Größe ähnliche Glöckchen aus meinem Besitz sind auf Tafel II Abb. 7 wiedergegeben. Ein weiteres Indiz für die einstige Verwendung der
Glöckchen als Geld sehe ich darin, dass meine Stücke von der Verkäuferin in Daporijo unverlangt als „currency“ bezeichnet wurden. Auch zeigen Erdspuren an, dass sie vergraben waren.

3. Amulettscheiben (charms) aus Glockenmetall/Bronze

Duff-Sutherland-Dunbar (1915:35-38) bezieht auch diese Ornamente in die Metallgegenstände ein, die bei den Abor und Gallong (Adi bzw. Adi Stamm) im Tauschhandel damals als Währung (currency) dienten. Er hat sie auch abgebildet (Tafel I Abb. 3). Die „currency“ Sammlung des Pitt Rivers Museums in Oxford enthält davon ebenfalls ein Exemplar (siehe Tafel III Abb. 9) mit der Kennzeichnung „Metal object used as currency. Abor tribe, Assam-Tibet Frontier“. Es entspricht weitgehend der Nr. 6 in Abb. 3, Tafel I. Das Museum erhielt dieses Stück 1948 von J. P. Mills, einem Anthropologen mit langer Erfahrung in dieser Region. Zum Vergleich zwei Stücke aus meiner Sammlung (Tafel III Abb. 10), ähnlich Nr. 3 und 6 in der Abbildung 3, Tafel I.

Diese Amulette bestehen aus einer in der verlorenen Form gegossenen Metallscheibe von etwa 10 cm Durchmesser, die auf ihrer Oberfläche verziert ist. In der Mitte trägt sie einen Kegel von etwa 2,5 cm Länge, der wiederum an der Spitze ein wagrechtes Röhrchenoder eine Art Öse trägt. Der Ursprung wird mit Tibet angenommen. Wenn das stimmt, könnte das Röhrchen ursprünglich zur Aufnahme von Zaubersprüchen gedacht gewesen sein. Da die Abor jedoch Animisten waren, war dieser Zweck für sie uninteressant. An meinem Vergleichsstück (Tafel III Abb. 10 links) ist die Röhre nicht mehr durchgängig. Den Versuch von Allen und Wootton (1960 und 1961), eine Parallele zu Tabak-Schnupfvorrichtungen der Tiv im nördlichen Nigeria herzustellen, halte ich demgegenüber für abwegig. Auf der Rückseite der Scheiben ist die Höhlung des Kegels durch einen metallenen Steg überbrückt. So können mehrere Amulette an einer Schnur aufgereiht getragen werden. Tafel IV Abb. 11 zeigt einen Schamanen und Tafel IV Abb. 12 eine Braut mit solchen Amuletten. Es gibt sie noch in anderer Ausführung (Tafel IV Abb. 13). Bei dem oberen Exemplar dieser Abbildung ist zum Beispiel der Kegel klein und nach außen gestülpt, die anderen sind reicher verziert. Alle sind abgegriffen und scheinen recht alt zu sein. Wenn man schon über Herkunft und Bedeutung dieser Amulette spekuliert, soll auch die formale Ähnlichkeit mit alten tibetischen Ritualspiegeln erwähnt werden. Das führt uns zum nächsten Gegenstand.

4. Merang

Diese eigenartig geformten Metallscheiben mit Stiel zählt Duff-Sutherland-Dunbar (1915:35-38) ebenfalls zu den Gegenständen, die den Abor als „currency“ dienten. Seine Abbildung dort ist in der Form identisch  mit dem Stück in der „currency“ Sammlung des Pitt Rivers Museums in Oxford (Tafel V Abb. 14), das etwa 15 cm
lang ist, von den Minyong, einem Adi-Stamm stammt und 1931 ins Museum kam. Duff schrieb, die merang seien aus Kupfer, eine Legierung erscheint jedoch wahrscheinlicher. Hier ist seine Beschreibung: „Ein anderer Besitz der Abor von besonderem Interesse sind die merang genannten kupfernen Scheiben. Ihre Größe variiert und das merkwürdige stielartige Metallstück, das aus der Scheibe hervorragt, lässt sie wie griechische
oder römische Spiegel aussehen. Ein Exemplar aus dem Yamne Tal maß 12,5 cm im Durchmesser und der „Stiel“ war 4,1 cm lang. Der merang besitzt in jedem Fall am äußeren Rand an der dem „Stiel“ gegenüber liegenden Seite zwei kleine Löcher. Die Abor verneinen jedoch das Tragen an einer Schnur als Talisman. Sie sagen, die merang seien sehr alt und seien von ihren frühesten Vorfahren über die Berge gebracht worden als sie erstmals in das Land kamen in dem sie jetzt wohnen“. An anderer Stelle (Duff-Sutherland-Dunbar, 1916:107) schreibt er, dass Spiegel bei den Memba milang (tibetisch) genannt werden. Er hält es für möglich, dass dies der Ursprung für die spiegelförmigen merang der Abor sein könnte. Der deutliche Hinweis auf die tibetische Herkunft lässt, was die beiden gebogenen Sporne am „Stiel“ des merang angeht, aber auch an ein tibetisches Zeremonialschwert denken (Tafel V Abb. 15). Ihr Ursprung wird wohl im Dunkeln bleiben.

5 . Danki – tibetische Metallschüsseln

Die Kenntnis wie danki ausgesehen haben verdanken wir wiederum Duff-Sutherland-Dunbar (1915). Seine danki Abbildungen, die Zeichnung, die Srivastava (1988:19) danach verfertigte sowie eine gezeichnete Abbildung bei Roy (1960/1997:34) sind auf Tafel VI in den Abbildungen 17 – 19 wiedergegeben.

Duff-Sutherland-Dunbar geht davon aus, dass die danki in Tibet hergestellt wurden. Hier seine anschauliche Beschreibung: „Die dankis sind mit herkömmlichen buddhistischen Symbolen verziert, die für die Stämme südlich von Tibet bedeutungslos sind. Diese dankis sind allgemein in den Dörfern bis hinunter in die Ebenen von Assam anzutreffen und werden als Geld (money) verwendet. Die Schalen sind offensichtlich gegossen. Ihre Herstellung muss recht schwierig sein wenn man die typischen Maße bedenkt: 17,5 inches (45 cm) weit an der größten Öffnung und 8,5 inches (21,5 cm) hoch. Zwei Typen von danki sind anzutreffen. Die gewöhnlichere Art besteht aus einer spröden grauen Metall-Legierung, die einen beträchtlichen Anteil Antimon enthält. Auf der Innenseite sind rundum in der Regel acht Symbole (manchmal auch nur sieben) oder gelegentlich vier Symbole angebracht“. Die acht üblichen, Glück, Weisheit und Wohlergehen verheißenden buddhistischen Symbole sind auf Tafel VI Abb. 21 wiedergegeben: die große Schatzvase wird nie leer; der Fisch steht für Freiheit und Fruchtbarkeit; der Schirm ist Zeichen für Schutz und Königtum; das Rad symbolisiert schöpferische Bewegung und Wandel; das Siegesbanner verkörpert Buddha´s Erleuchtung; der endlose Knoten bedeutet Buddha´s unendliche Weisheit; die rechts drehende Conch shell wehrt Unheil ab und weißer Lotus steht für Reinheit.

„Unterhalb dieser Symbole verengt sich die Schale auf ungefähr 15 inches (38 cm). Der Boden der Schalen ist fast flach. An der Außenseite sind, übereinstimmend mit den Symbolen auf der Innenseite, vier große und vier kleine Henkel aus Metall angebracht, wobei letztere sich jeweils in der Mitte herkömmlicher Blattmuster befinden. Die großen und die kleinen Henkel sind alternierend angebracht. Unterhalb der Henkel verläuft ein Abschlussband um die Schalen. Drei erhöhte Metallrippen laufen außen vom Rand zur Mitte des Bodens und teilen die Schale in drei gleichmäßige Teile. Überall im Bergland werden die Schalen als Geld (money) betrachtet“. Das einzige ihm bekannte Exemplar der zweiten danki Art „ist von derselben Größe wie die anderen, ist aber aus anderem Metall gemacht und ist in jeder Hinsicht den anderen Schalen überlegen. Es ist nicht unmöglich, das dieser zweite Schalentyp das Erbe einer früheren Zivilisation ist, die ihren Einfluss vor vielen Jahrhunderten über das Bergland südlich des Hauptkamms des Himalajas ausdehnte. Solche Schalen finden die Abor hin und wieder in der Erde wenn sie auf ihren Feldern arbeiten. Sie könnten, so wird vermutet, die Schalen sein, nach denen die gröberen danki modelliert wurden, die man gewöhnlich im Bergland antrifft und die Exportartikel von Bhutan zu den Lohit darstellen“. An anderem Ort – inzwischen Sir George Dunbar geworden – fügt er hinzu, dass die danki kleine Kopien aus minderwertigem Metall der großen Kupferkessel seien, in denen an hohen Festtagen auf dem großen Platz von Lhasa zeremoniell Tee gebraut wird. Die außen angebrachten Henkel hält er für sehr praktisch: „Das ist für einen Bergbewohner eine große Erleichterung wenn er eine (Schale) „ausgeben“ will in einem Land in dem alles auf dem Rücken getragen werden muss“ (Dunbar 1938:277).

Für die Verwendung der danki als Tauschmittel, zur Sühnezahlung, als Brautgeld und als Reichtumsanzeiger gibt es weitere Hinweise in der Literatur. So schreibt Srivastava (1990:87), dass in alten Zeiten bei den Minyong ein Mord mit 10 bis 20 danki bestraft werden konnte. Von den Gallong berichtet er, dass danki Schalen weithin als Tauschmittel verwendet und als Brautgeld gegeben wurden. Gut situierte Familien besäßen große Messingschalen – danki -, möglicherweise vom tibetischen Markt gebracht, als kostbarste Gegenstände ihres Vermögens (Srivastava 1988:1920). Nath (2000:170) schreibt: „Im Tauschhandelssystem richtete sich die soziale Stellung eines Mannes in der Gesellschaft nach der Anzahl von arem (= metal plates), tadok (= Perlen), danki, Mithan und anderen Haustieren, die er besaß“. Nach Feststellung von Roy (1960/1997:34) nahmen danki unter den Metallgegenständen, die allgemein als Geld (money) dienten, bei den Minyong (Adi Stamm) die höchste Wertstufe ein. Frau Quiggin erwähnt danki ebenfalls von den Abor (heute Adi), meint jedoch: „Sie können kaum Geld genannt werden, finden jedoch häufig bei zeremoniellen Schenkungen Verwendung“(Quiggin 1949/1978:208).

Ich kenne leider niemand, der je eine danki Schale in natura besessen oder auch nur gesehen hätte. Vielleicht sind sie inzwischen alle zerbrochen und eingeschmolzen worden um aus dem Metall begehrte Schmuckstücke zu machen?

6. Andere Schüsseln/Schalen aus Metall

Oft ist in der Literatur von metallenen Schüsseln/Schalen ohne genauere Bezeichnung die Rede. Aus gutem Grund möchte ich sie nicht mit danki gleichsetzen. So nennt z. B. Srivastava parallel zu den danki „große und kleine Messingschalen/schüsseln (brass bowls)“ als üblichen Bestandteil des Brautpreises bei den Gallong (1988:76-77). Auch bei den Minyong sieht er neben danki und arem (a metal plate) auch „andere Töpfe aus Messing oder Glockenmetall“ als Bestandteil des Vermögens der Familie. Man trennt sich von diesen Gegenständen nur in dringenden Fällen (Srivastava 1990:58). Bei den Apatani „besitzen die meisten reichen Leute Tassen und Schalen (cups and bowls) aus Glockenmetall wie sie im Kamrup Distrikt (= frühere Bezeichnung für Assam) gemacht werden. Sie sind sehr hoch geschätzt“ (Fürer-Haimendorf 1962:55). Nath zählt arem (Adi Sprache = brass metal dish) zum Brautpreis bei den Gallong und den Minyong (Nath 2000:78). Bei den Gallong enthält der Brautpreis, der der Familie der Braut übergeben wird, u. a. „große und kleine Messingschüsseln (brass bowls)“ (Rizvi und Roy 2006:38-39). Die selben Autoren berichten, dass von einem Bori ein im Vergleich zu anderen Adi Stämmen hoher Brautpreis erwartet wird. Dazu gehören „12 oder mehr Metallschüsseln (metal bowls)“ (2006:30). Leider ist nirgends ein Hinweis auf Art, Form und Größe dieser Schüsseln/Schalen zu finden. Die einzige Abbildung einer solchen Schüssel/Schale habe ich in der Broschüre „Tanii Aju“ der Apatani (Kobing 2005:47) gefunden. Die Unterschrift lautet: „Biti Paka – a precious brass bowl“ Sie ist auf Tafel V Abb. 16 wiedergegeben. Größenangaben fehlen leider. Stirn und van Ham bilden eine Adi Braut ab, die auf dem Kopf (wie eine Kappe) eine alte tibetische Metallschüssel trägt (und einige Amulette wie unter Ziff. 3 beschrieben umgehängt hat). Siehe dazu Abb. 12, Tafel IV. Für eine danki Schale ist sie zu flach gewölbt, ich halte sie für eine Schale ähnlich der von Tafel V Abb. 16. Beim Betrachten dieser Abbildungen erhebt sich die Frage, ob zu diesen Schalen auch die bekannten tibetischen „Klangschalen“ gehören könnten, die aus sieben (oder mehr) Metallen bestehen sollten. Darüber kann ich heute nur spekulieren. Auf der abgebildeten Schale sind deutlich die Hammerschläge zu sehen, mit denen die Schale getrieben worden ist. Die heute (als antik) angebotenen Klangschalen weisen in der Regel auch diese Hammerschläge auf, doch kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass sie nur angebracht wurden um etwas vorzutäuschen. Man kann sie nämlich meist in der oberen Hälfte feststellen, während sie ja eigentlich – wie auf Abb. 16 klar zu sehen – verstärkt in der am Boden beginnenden Rundung notwendig sind, um die Wölbung zu bewirken. Die (echten) Klangschalen klingen ja wunderschön. Wäre es möglich, dass die Bezeichnung „Glockenmetall“ (bell metal) sich auf die Klangschalen bezieht? Vielleicht weiß jemand aus dem Leserkreis darauf eine Antwort.

7. Talo oder talu

Das sind metallene Platten oder Teller. Auch hier sind klare Identifikationen nicht einfach. Talo oder talu werden in der Literatur zwar öfters erwähnt, doch habe ich nur eine einzige Abbildung eines talo gefunden (Kobing 2005:47), die auf Tafel VII Abb. 21 wiedergegeben ist. Leider sind die Maße nicht angegeben. Die Unterschrift lautet: „a precious brass plate used during ritual ceremonies“ (der Apatani). Pandey (1974:105) benennt Ayan talo als „metal dish“ und bezeichnet sie als einen sehr kostbaren Besitz der Hill Miri. Nach seiner Feststellung besitzen sie dort nur wenige reiche Familien. An anderer Stelle schreibt er: „Binam talo ist eine metal plate. Sie kostet je nach Qualität 25 bis 500 Rupien. Ihr Ursprung wird auf Abo Tani (Stammvater) zurückgeführt und sie wird als Vermögen und Tauschmittel (medium of exchange) geschätzt. Sie wird dazu gebraucht wie ein Gong geschlagen zu werden und Reichtum anzuzeigen“ (Pandey 1974:94). Bei der Einweihung eines neuen Hauses erhielt der nyibu (Priester) u. a. ein talo als Bezahlung (Pandey 1974:108). Shukla (1959/1965) erwähnt talu (metal plates) bei den Dafla (Nishi) mehrfach: Einmal nennt er sie als Wertgegenstände, die von den Dafla bei ihrer Migration mitgebracht worden sind (p. 4). Dann bezeichnet er sie als festen Teil von Lösegeldzahlungen (p. 76) und schließlich zählt er sie zu den Gegenständen der Sühnezahlungen bei Mord: „Die Ausgleichszahlung für den Kopf und die Oberschenkel je ein Sklave; jeweils eine maji für Gesicht, Herz und Augen; ein tibetischer dao für die Rippen und ein talu für die Brust. Diese Skala war in den Dörfern um Nyapin bis vor kurzem üblich“ (p. 81). Auch als Brautgeld werden talu von ihm erwähnt (p.64). Fürer-Haimendorf nennt „bronze plates“ als Lösegeld bei den Apatani (1962:86-87) und „einen der üblichen Wertgegenstände, die zu größeren Zahlungen verwendet werden“ (1962:58). Ob es sich dabei ebenfalls um talo handelt, lässt sich nicht feststellen. Das gilt auch für die Minyong, bei denen neben danki auch arem (= a metal plate) zum permanenten Vermögen der Familien gehören. Auch Roy (1960/1997:35) nennt bei diesem Stamm „bronze plates“ tibetischen Ursprungs „standard valuables“, die zu großen Zahlungen verwendet wurden. Ein Problem ist generell die Metallbezeichnung. Der Bogen spannt sich da von „metallen“ (metal) über „Bronze“ und „Glockenmetall“ (bell metal) bis zu „Messing“ (brass). Meine persönliche Vermutung geht dahin, dass die ursprünglichen talo, also die Erbstücke, aus Glockenmetall oder Bronze waren, spätere Nachahmungen aber aus Messing. Natürlich ist auch eine irrtümliche Benennung von Bronze oder Glockenmetall als Messing nicht auszuschließen. Die hohe Wertschätzung dieser Metallteller ist möglicherweise auf mystische, geheiligte Exemplare (Mamya) zurückzuführen, die in der Migrationsgeschichte
der Apatani eine große Rolle spielen. In der Apatani Broschüre Tanii Aju sind zwei mamya abgebildet. Eine von beiden sehen Sie auf Tafel VII Abb. 22.

8. Tibetische Schwerter

Die eingesehene Literatur und verfügbare Fotografien lassen erkennen, dass wohl jedes männliche Mitglied der hier genannten Stämme zumindest ein Schwert (besonders kostbar wenn es tibetischer Herkunft war) besaß. Zum Besitz wohlhabender Familien gehörten offensichtlich mehrere solche Schwerter. Da wundert es nicht, dass auch diese Schwerter als Lösegeld und als Wertmaßstab benutzt wurden. Fürer-Haimendorf berichtet von einem konkreten Fall bei den Apatani, in dem für zwei von den Dafla gefangen genommene Stammesgenossen ein Lösegeld gezahlt wurde, das u. a. drei lange Schwerter enthielt (1962:128). Im Zusammenhang mit der Schlichtung von Differenzen zweier Apatani Dörfer mit einem Dafla Dorf schreibt er: „Die Dörfer Duta und Haja reklamierten gegenüber Licha 92 Mithan, 15 Rinder, 58 Gebetsglocken und 38 Schwerter, die sie während der letzten Jahre überwiegend als Lösegeld für Clan Mitglieder bezahlt hatten, die von den Dafla von Licha gefangen genommen worden waren“ (1962:125). Pandey stellt fest, dass bei den Hill Miri die Art der Sühnezahlung bei Mord oder schmerzlicher Verletzung weitgehend festgelegt gewesen sei. Sie bestand z. B. für das Auge aus einem tibetischen Schwert (1974:109). Fürer-Haimendorf (1962:51-52) schließlich verdanken wir eine Skala von Werteinheiten, in denen Apatani und Dafla im gegenseitigen Handel den Wert jeder Ware ausdrücken konnten. Im Zusammenhang mit den Schwertern seien die höchsten drei (von insgesamt 13) Einheiten genannt: 1 pine – 1 kleines tibetisches Schwert oder 8 Maß Reis; 1 kua – 1 langes tibetisches Schwert oder 9 Maß Reis; 1 puliang – 1 neues langes tibetisches Schwert oder 10 Maß Reis.

Tafel VII Abb. 23 zeigt ein altes Schwert tibetischer Herkunft.

Zusammenfassung:

Die hier vorgestellten Metallobjekte spielten bei einigen Bergstämmen von Arunachal Pradesh eine besondere Rolle. Ihre besondere Wertschätzung verdanken sie ihrer Verbindung mit der Wanderungsgeschichte dieser Völker von Ost-Tibet aus in ihre heutigen Siedlungsgebiete. Die Urformen wurden im Lauf der Zeit durch Einschmelzen anderer Metallgegenstände örtlich nachgeahmt oder durch importierte ähnliche Artikel ergänzt. Vor Annahme der Rupie dienten sie diesen Stämmen als eine Art Währung (currency) im Tauschhandel sowie als Wertmaßstab. Darüber hinaus waren sie maßgeblicher Bestandteil der Ausgleichszahlungen bei sozial bedeutenden Vorgängen wie Heirat, Auslösung von Gefangenen und Sühne von Straftaten. Sie erfüllen die drei Geldfunktionen Tauschmittel, Zahlungsmittel, Wertmesser und sind somit den „nichtmünzlichen Geldformen“ (Klusmeier 1999:33) zuzurechnen.

Anmerkungen:

1. Neben den hier im Einzelnen besprochenen Gegenständen besitzen die Bergstämme von Arunachal Pradesh eine ganze Reihe von Schmuckstücken, meist aus Bronze oder Glockenmetall, die auch zeremonielle Bedeutung besaßen. Einige davon sind auf Tafel VII in Abb. 24 abgebildet. Manche davon finden sich bei Duff-Sutherland-Dunbar (1915). Dezidierte Belege für eine Verwendung als Zahlungsmittel fehlen aber. Inwieweit sie unter Berücksichtigung der zahlreichen Hinweise, dass Metallgegenstände dort generell als Tauschmittel Verwendung fanden, ebenfalls als „Geld“ dienten, muss offen bleiben.

2. Das wertvollste Eigentum der hier behandelten Stämme bildete eine Rinderrasse, der Mithan (bos frontalis). Er stand bei allen großen Ausgleichszahlungen anlässlich Heirat, Sühne, Friedensschluss an erster Stelle. Sein Besitz war nicht etwa landwirtschaftlich motiviert, sondern zeremoniell wichtig: wie z. B. Schweine in Neuguinea wurden hier Mithan in großer Zahl bei besonderen zeremoniellen Anlässen geschlachtet, was den sozialen Rang des Besizers erhöhte. Lebewesen werden aber bewusst nicht in diesen Beitrag einbezogen.

3. Immer wieder taucht in der Literatur über diese Stämme die außerordentliche Wertschätzung besonderer Glasperlen und vor allem großer blauer tibetischer Porzellanperlen auf. Manche nahmen wohl eine Geldfunktion an. Die einheimischen Bezeichnungen dafür sind sehr unübersichtlich, und ich konnte mir kein klares Bild machen, das es mir erlaubt hätte, die Perlen in diese Betrachtung mit einzubeziehen. Vielleicht nimmt sich jemand anderer dieses schönen Themas an. Literaturverzeichnis

Allen, I. M. and Wootton, Anthony

1960 A Note on the Origin of a Form of Primitive Currency from the Abors of the Assam – Tibet Frontier. Spink and Son´s Numismatic Circular (London) p.237

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1961 Further Notes on the Origin of a Form of Primitive Currency from the Abors of the Assam – Tibet Frontier.
Spink and Son´s Numismatic Circular (London) p.187-188

Anonymus

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1998 Der Brahmaputra.
München

Blackburn, Stuart

2003/2004 Memories of Migration: Notes on the legends and beads in Arunachal Pradesh, India.
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1985 Waren die tibetischen Handglocken – deoganta – ein Zahlungsmittel?
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1989 Preliminary Report of the de Boer-Denk-Expedition to 1989 the Pitt Rivers Museum (Oxford) (
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ASIEN 606

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1915 Abors and Galongs: Part I. Notes on certain hilltribes of the Indo-Tibetan border.
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