Provenienz- bzw. Herkunfts- Forschung

Wer war wohl der frühere Besitzer?
Diese Frage beschäftigt Sammler immer wieder.

Die Pacific Arts Association  publiziert in einem laufenden Projekt Konkordanz-Listen zur Provenienz-Forschung. Dort werden Markierungen oder Beschriftungen an  Objekten aus Ozeanien bekannten Sammlungen oder Sammlern zugeordnet.

Auf http://www.pacificarts.org/node/791 finden sich entsprechende Hinweise und Konkordanzlisten zum Download.

 

Bericht zum Frühjahrs-Treffen in Chemnitz vom 22.04. bis 24.04.2016

Zusammenfassung:

  • Historisch interessanter Tagungsort
  • Beeindruckende Führung im Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz
  • Qualitativ hochstehende Auswahl von Objekten
  • Harmonischer Verlauf in einem schönen Hotel mit sehr gutem Service

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Zum diesjährigen Frühjahrskonvent der Eucoprimo trafen wir uns in Hotelhochhaus Mercure im Zentrum von Chemnitz. Gelegen in direkter Nachbarschaft des monumentalen Kopfdenkmals von Marx, der der Stadt während der DDR – Zeit den Namen gegeben hatte.

Das Hotel war gut gewählt, denn sowohl die Hotelzimmer als auch die großzügigen Versammlungs- und Veranstaltungsräume boten reichlich Platz;  dazu war in der obersten 26.sten Etage die Verköstigung für das umfangreiche und schmackhafte Frühstück und Abendessen ʻweitsichtigʼ untergebracht. Von dort hatte man einen weitreichenden Ausblick auf die Stadt und ihre Umgebung.

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Es hatten sich – z.T. schon vorher angereist – ca. 60 Teilnehmer eingefunden, die sich im Laufe des Freitags nach dem Eintreffen zu Begrüßungsgruppen in den Regionen des Eingangsbereiches zusammenfanden und lebhaft  Neuigkeiten austauschten.

Wie üblich kam es zum ersten gemeinsamen Zusammentreffen aller Mitglieder  vor dem Abendessen.  Herrn Reitz, der sich erneut mit seiner Frau um die lokale Planung und Durchführung der Veranstaltung im Vorfeld verdient gemacht hat, begrüsste und führte in das Programm ein.
Vor dem Run aufs  Buffet  gab es Hinweise auf den Tagungsablauf und die Sehenswürdigkeiten der Stadt, besonders auf die geplante Visite im archäologischen Museum am Samstagvormittag und die Ausstellungen im nahegelegenen Schloss Lichtenwalde.

Der Samstag war vormittags mit einem von vielen Tagungsteilnehmern erwartungsvoll  angenommenen Besuch im smac (Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz) einem erst 2014 neu eröffneten Museum in den alten Grundmauern des ehemaligen Kaufhauses Schocken ausgefüllt.  Das  smac  enthält ein gut gegliedertes, zeitbezogenes, hochmodernes Konzept  mit einem vier Etagen verbindenden lichten Innenhof. Die Zeit verflog im Nu und die fachkundige Führung brachte Verständnis für die geschichtlichen Zusammenhänge wie auch Hinweise auf ungewöhnliche Ausstellungsstücke.

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Der anschließende Aufbau der Objektpräsentation war wie schon immer begleitet von neugierigen Beobachtern. Es fand sich ein breites Angebot und es wechselte manch schönes Stück den Besitzer.

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HERBST-TREFFEN 2016: im Kloster Irsee

23. bis 25. September

Diesmal findet das Treffen in einer aussergewöhnlichen, urig-gemütlichen Umgebung statt. Wichtig: Anmeldeschluss ist der 30.06.2016. Danach vergibt das Hotel nicht gebuchte Zimmer anderweitig. Vorsichtshalber bitte unbedingt buchen!

EUCOPRIMO-Treffen vom 23. – 25. 09. 2016
Hotel Irseer Klosterbrauerei
87660 Irsee / Allgäu
Tel :   08341 – 432200
Fax:   08341 – 432269
Ansprechpartner im Hotel: Frau Häfner
e-mail:  (Aktiviere Javascript, um die Email-Adresse zu sehen)

–>> Hotel Klosterbrauerei

 Empfehlung: Tagungsband ‚Archaeology of Money‘

Bücher Archaeology of Money img110

 ISBN 978­0­9574792­3­4

This volume contains papers presented at a workshop on The Archaeology of Money held in 2013 at the University of Tübingen, as part of the University of Leicester’s Leverhulme Trust funded Tracing Networks programme. The contributors offer insights into the study of money from both archaeological and anthropological perspectives, ranging from notions of value and varying material manifestations of monetary objects, to the multiplicity of functions these can perform as economic, social and ritual media in different cultural contexts.The broad geographical and chronological spread of the papers, from prehistory to the present day, provides a comparative approach to the archaeology of money, exploring the trajectories by which money and coin use developed, emphasizing distinctive cultural features and regional variations, and challenging perceived views of the economic functions of money.

–>   THE ARCHAEOLOGY OF MONEY

(bei: http://shop.le.ac.uk/ )

Bericht zum Herbsttreffen 2015 in Bonn

vom 2. – 4. Oktober im President Hotel

Bekanntlich wussten die alten Römer schon sehr gut, wo es schön war in ihrem großen Reich. Wegen der schönen Umgebung und wegen des guten Klimas hieß Bonn damals „Castell Bonum“, das gute Castell.  Der Durchfluss des Rheins durch das Bonner Tal erhöht nämlich die durchschnittliche Wintertemperatur um etwa 3 Grad gegenüber anderen Gegenden desselben Breitengrades in Deutschland. So hat sich angeblich der Name Bonn entwickelt. Und wie zum Beweis zeigte sich die Stadt auch uns von ihrer schönsten Seite und bei sehr angenehmem Herbstwetter.

So konnten sich am Freitag die Mitglieder im Sonnenschein auf der Hotelterrasse treffen und die neuesten Sammlerinformationen austauschen.

Am Samstagvormittag gingen wir fast geschlossen zum Rheinischen Landesmuseum Bonn. Sehr sachkundige Führungen standen zu den verschiedenen Ausstellungs-Themen des Museums zur Verfügung.

Zur archäologische Landesausstellung NRW  „REVOLUTIONjung-STEINZEIT“ äussern sich die Ausstellungsmacher wie folgt: „ …. mit dem Ende der letzten Eiszeit, vollzog sich jedoch ein fundamentaler Wandel: Der Mensch wurde sesshaft, errichtete Siedlungen mit festen Gebäuden, begann Getreide anzubauen und Vieh zu züchten. Diese jungsteinzeitliche Revolution ist für die Menschheitsgeschichte noch bedeutender als die industrielle Revolution des 19. Jahrhunderts. Sie steht am Anfang der modernen Zivilisation in Europa und ist zugleich Ausgangspunkt für viele Errungenschaften aber auch Probleme unserer Gegenwart.“

Entsprechend gross war das Interesse der EUCOPRIMO-Besucher.

Anschließend durften wir eine private Sammlung mit Schwerpunkt Afrika sehen und bewundern. Es war ein ganz besonderes Erlebnis. Wir bedanken uns nochmals ganz herzlich für die Einladung und für die kundige Führung durch diese außergewöhnliche Sammlung.

Die sich anschließende Börse im Hotel war gut besucht. Unter anderem präsentierten sich zwei neue Mitglieder der EUCOPRIMO.

Gute Angebote standen guter Kauflaune gegenüber, so dass fast alle mit dem Verlauf der Börse zufrieden waren. Auch wurde, wie immer, viel auf fachlich hohem Niveau diskutiert. Wie immer störten leider vorzeitige Besucher den Aufbau der Börse….

Am Abend fand die Mitgliederversammlung statt. Herr Dr. Menzel-Severing, der dankenswerterweise das Treffen in Bonn organisiert hatte, überraschte uns mit einem humorvollen Vortrag, der zum Schmunzeln und Lachen animierte. Wir erhielten ein gutes Beispiel für die Rheinische Frohnatur und tiefe Einblicke in das Wesen der Rheinländer.

Der Sonntagvormittag diente der Verabschiedung der Mitglieder mit den besten Wünschen für ein gesundes Wiedersehen anlässlich des Treffens vom 22. – 24. April 2016 in Chemnitz.

Ein Teil der Mitglieder ließ es sich jedoch nicht nehmen, vor der Heimfahrt das Missionsmuseum der Steyler Missionare in St Augustin zu besuchen. Wir waren zu einer sehr informativen Führung angemeldet worden, die den perfekten Abschluss der durchwegs interessanten Tagung bildete.

„Kauri, Gold und Cybercoins“

Ausstellung der österreichischen Nationalbank
(bis 29.1.2016)

( -> https://www.oenb.at/Termine/Terminarchiv-2015/2015/ausstellungseroeffnung-2015-16-02.html)

Im imposanten Gebäude  der österreichischen Nationalbank in Wien wird im Rahmen einer Sonderausstellung „Kauri, Gold und Cybercoins“ noch bis zum  29.1.2016 die Entwicklung der Währung von den Anfängen (Tauschhandel) bis in die jüngste Gegenwart gezeigt. Im Fokus steht dabei die Geldgeschichte von Österreich. Die speziell hierzu zu bewundernden Objekte würden sicher die Numismatiker erfreuen, „Primitivgeld“ oder nicht- münzliche  Zahlungsmittel sind diese weitgehend nicht  – wenn man von dem sich eigentlich einer Einordung als Münze fast entziehenden Dukatenstern aus Klausenburg absieht.

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Für uns Primitivgeld-Sammler interessant ist aber die mit schönen Objekten ausgestattete Abteilung „Prämonetäre  Zahlungsmittel“.

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Gezeigt werden u.a. Hunde(reiß)zähne aus der Südsee, die lt. Text zur Ausstellung in Neuguinea nach wie vor als Tauschmittel verwendet werden, Kauris natürlich, verschiedenen Beispielen für Gerätegeld und ein geradezu perfekter Geldring aus Papua Neuguinea.

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Selbstverständlich sind auch Manillen einschließlich einer Birmingham Manilla und eine Tigerzunge zu sehen. Die Ausstellung zeigt auch Schlangengeld aus Burkina Faso, das noch bis ins 20.Jh. als Zahlungsmittel, aber auch zum Schutz vor Schlangenbissen in Gebrauch war.

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(Diese Entdeckung lässt die Autorin hoffen, dass ihre vor Jahren auf einem Weihnachtsmarkt bei einem Stand mit afrikanischen Objekten erstandene rostige Schlange doch Geld sein könnte.)

Etwas dürftig war allerdings das Beispiel für „Kissypennies“: Das einzige Stück auf einem Podest sah doch etwas arm aus. Da passte die weitere Bezeichnung als „Seelengeld“ ganz gut…
Ausstellung 10.2015 Wien 5 (Large)Buchstäblich als Hintergrund finden sich informative Fotos, auch ein Kfz-Zeichen von der Insel Yap, wie diese vor Jahren bei Auktionen auftauchten. Aber offenbar will sich niemand mehr von diesen originellen Schildern trennen, denn sie sind kaum mehr im Angebot.

In einem Fenster, das den chinesischen Cash-Münzen gewidmet ist, findet sich neben auf eine Schnur aufgezogenen Münzen  ein (nicht altes)  „Münzschwert“, bestehend aus 85 antiken Cash –Münzen.

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Solche Schwerter sollen Amulette für Jungvermählte  und Schwangere sein  -warum auch immer man diese Form gewählt hat. Da kann man nur spekulieren; im Internet lässt sich unter numismatikforum.de einiges dazu finden.

Ch.S-L.  Wien, 6.10.2015

Buch-Empfehlung: Marco Polo was in China

BÜCHER MARCO POLO WAS IN CHINA 2015 Vogel, Hans U (Large)

Marco Polo was in China
New evidence from currencies, salts and revenues
(Leiden, 2013)

von Hans Ulrich Vogel

ISBN 978-90-04-23193-1  (Leinen gebunden)
ISBN 978-90-04-23698-1 (e-book)

Im Internet bei  < www.abebooks.de > incl. Porto ab 110,– € zu beziehen (gebundene Ausgabe).
XXXII + 643 Seiten mit Karten sowie einzelnen sw und farbigen Illustrationen. Der Autor unternimmt ein gründliches Studium der Zahlungsmittel (Kauri, Salz u.a.) der chinesischen Provinz Yuan, wobei er die Daten aus Marco Polos Manuskript mit chinesischen Quellen vergleicht. Daraus ergeben sich neue Hinweise darauf, dass sich der Venezianer tatsächlich in Khubilai Khans Reich aufgehalten hat.
(R. Denk)